Frankfurt am Main gehört zu den dynamischsten Immobilienmärkten Deutschlands. Als Finanzhauptstadt Europas, Messestandort und Verkehrsdrehkreuz zieht die Stadt jedes Jahr Tausende neue Einwohner an – und mit ihnen steigt die Nachfrage nach Eigentumswohnungen. Gleichzeitig bleibt das Angebot begrenzt: Die Bautätigkeit kann mit dem Bevölkerungswachstum kaum Schritt halten. → Alle Ratgeber-Artikel im Überblick
Ob als Eigenheim oder als Kapitalanlage – wer in Frankfurt eine Wohnung kaufen möchte, sollte den Markt, die Stadtteile und die Nebenkosten genau kennen. Dieser Leitfaden gibt Ihnen alle Informationen, die Sie für eine fundierte Kaufentscheidung brauchen.
Was kostet eine Eigentumswohnung in Frankfurt?
Der Frankfurter Wohnungsmarkt hat sich nach den Zinserhöhungen der vergangenen Jahre wieder stabilisiert. Anfang 2026 liegt der durchschnittliche Quadratmeterpreis (auch Verkehrswert genannt) für Eigentumswohnungen bei rund 5.700 bis 6.400 Euro – je nach Quelle und Berechnungsmethode. Die Spanne reicht von etwa 3.300 Euro pro Quadratmeter in einfachen Lagen bis zu über 9.000 Euro in den Top-Vierteln.
Zur Einordnung: 2021 erreichten die Preise in Frankfurt ihren bisherigen Höchststand. Seitdem gab es eine Korrekturphase, die in vielen Stadtteilen bereits abgeschlossen ist. Seit Mitte 2025 ziehen die Preise in gefragten Lagen wieder an, gestützt durch sinkende Bauzinsen und eine anhaltend hohe Nachfrage.
Preisbeispiel: Eine 3-Zimmer-Wohnung mit 80 m² kostet in Frankfurt je nach Stadtteil zwischen 280.000 und 650.000 Euro. In den Top-Lagen des Westends oder am Sachsenhäuser Mainufer können es auch deutlich mehr sein.
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Frankfurt ist eine Stadt der Kontraste. Jeder Stadtteil hat seinen eigenen Charakter, sein eigenes Preisniveau und seine eigene Zielgruppe.
Sachsenhausen
Mainufer, Schweizer Straße, hervorragende Anbindung. Beliebt bei jungen Berufstätigen und Paaren.
5.500 – 8.000 €/m²Nordend
Altbau-Charme, Holzhausenpark, lebendige Gastronomie. Beliebt bei Familien und Altbau-Liebhabern.
6.000 – 8.500 €/m²Bornheim
Berger Straße, gute ÖPNV-Anbindung, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ideal für Erstkäufer.
4.500 – 6.500 €/m²Westend
Frankfurts Premium-Lage. Palmengarten, repräsentative Altbauten, exklusive Atmosphäre.
7.000 – 9.500 €/m²Bockenheim
Im Wandel durch den Uni-Umzug. Aufwertungspotenzial, interessant für Kapitalanleger.
4.000 – 5.800 €/m²Ostend
EZB, Hafenpark-Quartier, viele Neubauten. Für Käufer die auf Wertsteigerung setzen.
5.000 – 7.000 €/m²Riedberg
Frankfurts jüngster Stadtteil. Neubauten, Familien, Gärten und Terrassen. Mittleres Preisniveau mit guter Infrastruktur.
4.800 – 6.200 €/m²Kaufnebenkosten in Hessen – damit müssen Sie rechnen
Neben dem Kaufpreis fallen in Hessen erhebliche Nebenkosten an, die Sie von Anfang an einplanen sollten.
| Kostenart | Satz | bei 400.000 € |
|---|---|---|
| Grunderwerbsteuer (Hessen) | 6,0 % | 24.000 € |
| Notar & Grundbuch | ~1,5–2,0 % | ~7.000 € |
| Maklerprovision (Käuferanteil) | 3,57 % | 14.280 € |
| Gesamt | ~11,1 % | ~45.280 € |
Tipp – Hessengeld: Erstkäufer in Hessen können das sogenannte Hessengeld beantragen: bis zu 10.000 Euro pro Käufer und 5.000 Euro pro Kind unter 18 Jahren. Die Förderung wird über 10 Jahre in jährlichen Raten ausgezahlt und reduziert die Belastung durch die Grunderwerbsteuer erheblich.
Finanzierung: Eigenkapital, Zinsen und Förderprogramme
Für eine solide Finanzierung empfehlen die meisten Banken mindestens 20 Prozent Eigenkapital – inklusive der Kaufnebenkosten. Bei einer Wohnung für 400.000 Euro wären das rund 80.000 bis 90.000 Euro. Eine Finanzierung mit weniger Eigenkapital ist möglich, führt aber in der Regel zu höheren Zinsen.
Die Bauzinsen haben sich 2025 und Anfang 2026 nach den EZB-Zinssenkungen wieder etwas entspannt. Je nach Bonität, Eigenkapitalquote und Zinsbindung liegen die Konditionen für 10-jährige Darlehen aktuell zwischen 3,2 und 3,8 Prozent.
Unser Tipp: Holen Sie sich eine Finanzierungsbestätigung, bevor Sie mit der aktiven Suche beginnen. Verkäufer und Makler bevorzugen Käufer, die ihre Finanzierung bereits geklärt haben. In einem wettbewerbsintensiven Markt wie Frankfurt kann das den Unterschied machen.
Prüfen Sie außerdem, ob für Sie KfW-Förderprogramme infrage kommen. Besonders beim Kauf energieeffizienter Wohnungen oder bei Sanierungsvorhaben gibt es zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse, die Ihre Gesamtkosten spürbar senken können.
Worauf Sie bei der Besichtigung achten sollten
Eine Wohnungsbesichtigung ist mehr als ein erster Eindruck. Die Bausubstanz ist das Fundament Ihrer Investition. Fragen Sie nach dem Baujahr, durchgeführten Sanierungen und dem Zustand von Heizung, Fenstern und Dach. Gerade bei Altbauten im Nord- oder Westend lohnt ein genauer Blick auf die Leitungen und den Energieausweis. Wenn Sie nicht sicher sind, was Ihre Wunschimmobilie tatsächlich wert ist, hilft eine professionelle Immobilienbewertung.
Lesen Sie die Protokolle der Eigentümerversammlungen der letzten drei Jahre. Dort erfahren Sie, welche Sanierungen geplant sind, ob Sonderumlagen beschlossen wurden und wie die Eigentümergemeinschaft aufgestellt ist.
Prüfen Sie die Höhe der Instandhaltungsrücklage und des monatlichen Hausgelds. Eine niedrige Rücklage kann bedeuten, dass demnächst hohe Nachzahlungen auf Sie zukommen. Ein angemessenes Hausgeld für eine 80-Quadratmeter-Wohnung liegt in Frankfurt je nach Ausstattung zwischen 250 und 450 Euro monatlich.
Besuchen Sie die Wohnung zu verschiedenen Tageszeiten. So bekommen Sie ein realistisches Bild von Lärm, Lichtverhältnissen und der Nachbarschaft.
Der Ablauf eines Wohnungskaufs – Schritt für Schritt
Wenn Sie eine passende Wohnung gefunden haben, läuft der Kaufprozess in der Regel so ab: Zunächst klären Sie Ihre Finanzierung und holen eine Bankzusage ein. Anschließend wird ein Notartermin vereinbart, bei dem der Kaufvertrag beurkundet wird. Nach der Beurkundung zahlen Sie die Grunderwerbsteuer und erhalten die Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt. Erst danach erfolgt die Eigentumsumschreibung im Grundbuch.
Vom Notartermin bis zur Schlüsselübergabe vergehen typischerweise acht bis zwölf Wochen. Planen Sie diesen Zeitraum ein – insbesondere, wenn Sie eine bestehende Mietwohnung kündigen möchten.
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