Wer eine Immobilie verkaufen oder kaufen möchte, stellt sich schnell die Frage: Was kostet ein Makler – und lohnt sich das überhaupt? Die MaklerprovisionVergütung des Maklers bei erfolgreichem Verkauf oder Vermittlung. In Hessen marktüblich 3,57 % je Seite (inkl. MwSt.). ist der größte Kostenfaktor, doch sie fällt nur bei Erfolg an. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie hoch die Provision in Hessen und Deutschland ist, wer sie zahlt und ab wann sich ein Makler rechnet. → Alle Ratgeber-Artikel im Überblick
Wie hoch ist die Maklerprovision in Deutschland?
Die Maklerprovision ist in Deutschland nicht gesetzlich festgelegt – es gibt keinen Einheitssatz. Stattdessen haben sich je nach Bundesland unterschiedliche Marktüblichkeiten etabliert. Seit Dezember 2020 gilt allerdings: Beim Verkauf von Wohnimmobilien an Privatpersonen darf der Käufer maximal die Hälfte der Gesamtprovision tragen.
In der Praxis bedeutet das für die meisten Bundesländer eine Teilung 50/50. Die Provision wird auf den Kaufpreis berechnet und ist erst bei erfolgreichem Abschluss fällig – kein Verkauf, keine Kosten.
| Bundesland | Provision gesamt | Je Seite |
|---|---|---|
| Hessen | 7,14 % | 3,57 % |
| Bayern | 7,14 % | 3,57 % |
| Baden-Württemberg | 7,14 % | 3,57 % |
| NRW | 7,14 % | 3,57 % |
| Berlin | 7,14 % | 3,57 % |
| Hamburg | 6,25 % | 3,125 % |
| Bremen | 5,95 % | 2,975 % |
Alle Angaben inklusive 19 % Mehrwertsteuer. Die Nettoprovision in Hessen liegt bei 3,0 % je Seite.
Rechenbeispiel Frankfurt: Bei einem Verkaufspreis von 450.000 € und einer Provision von 3,57 % zahlt jede Seite 16.065 €. Die Gesamtprovision beträgt 32.130 €.
Wer zahlt die Maklerprovision – Käufer oder Verkäufer?
Seit dem 23. Dezember 2020 regelt das Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten (§ 656a–d BGB) die Provisionsteilung bei Wohnimmobilien klar. Die wichtigsten Regeln:
- Der Maklervertrag muss in Textform vorliegen (E-Mail genügt, mündlich reicht nicht)
- Beauftragt der Verkäufer den Makler, darf der Käufer maximal 50 % der Provision tragen
- Die Käufer-Provision wird erst fällig, wenn der Verkäufer seinen Anteil nachweislich gezahlt hat
- Bei Mietimmobilien gilt das BestellerprinzipRegelung bei Mietimmobilien: Wer den Makler beauftragt, zahlt die Provision. Bei Kaufimmobilien gilt seit 2020 die hälftige Teilung.: Wer bestellt, bezahlt
In der Praxis hat sich in Hessen das Modell 3,57 % + 3,57 % als Standard durchgesetzt. Manche Makler bieten auch Modelle mit reduzierter Käuferprovision an – das kann die Vermarktung beschleunigen, weil die Immobilie für Käufer attraktiver wird.
Was genau leistet ein Makler für seine Provision?
Die Provision mag auf den ersten Blick hoch erscheinen. Doch ein professioneller Immobilienmakler übernimmt weit mehr als Besichtigungen durchzuführen. Wer eine Immobilie verkaufen möchte, profitiert von einem umfassenden Leistungspaket:
- Marktgerechte Bewertung – Datenbasierte Preisermittlung auf Basis vergleichbarer Verkäufe, nicht Angebotspreise von Portalen
- Professionelle Aufbereitung – Exposé mit Profi-Fotos, Grundrissaufbereitung, ggf. Home Staging
- Unterlagenbeschaffung – Grundbuchauszug, EnergieausweisDokument das den Energieverbrauch oder -bedarf eines Gebäudes ausweist. Bei Verkauf und Vermietung Pflicht (§ 80 GEG)., Teilungserklärung, Baulastenverzeichnis
- Multi-Channel-Vermarktung – ImmoScout24, Immowelt, Kleinanzeigen, eigenes Käufernetzwerk, ggf. Off-Market
- Interessenten-Management – Anfragen filtern, Bonitätsprüfung, Besichtigungen koordinieren
- Preisverhandlung – Professionelle Verhandlungsführung zum Bestpreis
- Abwicklung bis zum Notar – Kaufvertragsvorbereitung, NotarBeurkundet Kauf- und Schenkungsverträge und veranlasst die Grundbuchumschreibung. Gebühren gesetzlich geregelt (GNotKG).-Koordination, Übergabeprotokoll
Gerade die Bewertung und Verhandlung machen den Unterschied: Ein falsch angesetzter Angebotspreis – ob zu hoch oder zu niedrig – kostet Eigentümer im Schnitt 15.000 bis 40.000 € gegenüber dem erreichbaren Marktpreis. Wer den tatsächlichen Verkehrswert seiner Immobilie nicht kennt, verschenkt Geld – oder schreckt Käufer mit überhöhten Preisen ab.
Kann man die Maklerprovision verhandeln?
Grundsätzlich ja – die Provision ist Verhandlungssache. In der Praxis gibt es allerdings wenig Spielraum bei den marktüblichen Sätzen, und es lohnt sich, genauer hinzuschauen.
Wann Verhandlungsspielraum besteht:
Bei besonders hochpreisigen Immobilien (ab ca. 1 Mio. €) sind manche Makler bereit, den Prozentsatz leicht zu senken. Ebenso bei mehreren Objekten desselben Eigentümers – etwa einer Erbengemeinschaft mit Portfolio. Manche Makler bieten auch Kombi-Pakete an, zum Beispiel reduzierte Provision bei gleichzeitiger Käufervermittlung.
Worauf Sie achten sollten: Discount-Makler oder Flatrate-Modelle (z. B. „Verkauf für 1.999 €") klingen verlockend, bieten aber oft eingeschränkte Leistung: keine Besichtigungen vor Ort, keine Verhandlungsführung, kein persönlicher Ansprechpartner. Die eingesparte CourtageAnderer Begriff für die Maklerprovision. Courtage und Provision werden synonym verwendet und bezeichnen die erfolgsabhängige Vergütung des Maklers. wird häufig durch einen niedrigeren Verkaufspreis mehr als aufgezehrt.
Sind Maklerkosten steuerlich absetzbar?
Das kommt auf Ihre Situation an. Es gibt drei typische Fälle:
Kauf zur Eigennutzung
Maklerkosten sind nicht absetzbar. Sie zählen zu den privaten Anschaffungsnebenkosten.
Kauf als Kapitalanlage
Maklerkosten sind als Werbungskosten absetzbar. Sie erhöhen die Anschaffungskosten und mindern die Steuerlast über die Abschreibung.
Verkauf innerhalb der Spekulationsfrist
Bei Verkauf innerhalb von 10 Jahren sind Maklerkosten als Veräußerungskosten absetzbar und mindern den steuerpflichtigen Gewinn.
Verkauf nach 10 Jahren
Der Erlös ist steuerfrei – die Maklerkosten können dann nicht als Werbungskosten geltend gemacht werden.
Tipp: Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Steuerberater. Die individuelle steuerliche Situation kann den Effekt der Maklerkosten erheblich beeinflussen. Beachten Sie auch, dass in Hessen zusätzlich 6 % GrunderwerbsteuerEinmalige Steuer beim Immobilienkauf. In Hessen 6 % des Kaufpreises – einer der höchsten Sätze in Deutschland. anfallen.
Lohnt sich ein Makler? Privatverkauf vs. Makler im Vergleich
Die häufigste Frage von Eigentümern: „Spare ich mir nicht einfach die Provision und verkaufe selbst?" Die Antwort zeigt ein klarer Vergleich.
Privatverkauf
Preisfindung über Portal-Angebotspreise und Bauchgefühl. Vermarktung auf 1–2 Portalen mit eigenen Fotos. Zeitaufwand: 80–120 Stunden. Emotionale Verhandlung ohne Erfahrung. Dauer: Ø 6–9 Monate.
Mit Makler
Datenbasierte Bewertung mit echten Vergleichswerten. Multi-Channel-Vermarktung plus Off-Market-Netzwerk. Makler übernimmt alles. Professionelle Verhandlung. Dauer: Ø 8–12 Wochen.
Ein Rechenbeispiel: Bei einer Immobilie mit einem Marktwert von 500.000 € beträgt die Verkäuferprovision 17.850 €. Erzielt der Makler durch professionelle Bewertung und Verhandlung nur 5 % mehr – also 25.000 € – hat sich die Provision bereits mehr als amortisiert. Und Sie sparen sich monatelange Arbeit.
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Maklerprovision in Frankfurt und Rhein-Main
In Frankfurt am Main und dem Rhein-Main-Gebiet gilt der hessische Standard von 7,14 % Gesamtprovision (3,57 % je Seite). Bei den aktuellen Immobilienpreisen bedeutet das konkret:
| Immobilientyp | Ø Kaufpreis Frankfurt | Provision je Seite (3,57 %) |
|---|---|---|
| Eigentumswohnung (80 m²) | 360.000 € | 12.852 € |
| Einfamilienhaus | 650.000 € | 23.205 € |
| Villa / Premiumlage | 1.200.000 € | 42.840 € |
Zusätzlich zur Maklerprovision fallen beim Kauf die Grunderwerbsteuer (6 % in Hessen) sowie Notar- und Grundbuchkosten (ca. 1,5–2 %) an. Insgesamt liegen die Kaufnebenkosten in Hessen bei rund 10,5–11,5 % des Kaufpreises.
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