Definition

Die Vorfaelligkeitsentschaedigung (VFE) ist eine Gebuehr, die Banken bei vorzeitiger Kreditrueckzahlung verlangen. Sie kompensiert den entgangenen Zinsgewinn. Rechtsgrundlage: § 490 Abs. 2 BGB. Bei Immobilienverkauf haben Kreditnehmer ein ausserordentliches Kuendigungsrecht (Pflicht, berechtigtes Interesse, z.B. Verkauf). Die VFE ist auf 1 Prozent der Restschuld gedeckelt, wenn die Restlaufzeit ueber 1 Jahr betraegt.

Wichtige Fakten

Praxisbeispiel

Herr Kaiser hat 2019 ein Darlehen ueber 400.000 Euro aufgenommen (Zinssatz 1,5 Prozent, 15 Jahre Zinsbindung). 2026 verkauft er die Immobilie mit Restschuld 300.000 Euro. Die Bank verlangt VFE in Hoehe von 14.000 Euro (ca. 4,7 Prozent der Restschuld). Alternative: Kaeufer uebernimmt das Darlehen zu den gleichen Konditionen — VFE entfaellt.

Häufige Fragen

Ja, wenn der Kaeufer das Darlehen uebernimmt (Schuldneruebernahme). Bei gleichen Konditionen einfach — bei verschlechterten Bedingungen kann die Bank die Uebernahme verweigern.
Bei fehlerhafter Berechnung — oft enthalten Bankberechnungen unzulaessige Positionen. Pruefung durch eine Verbraucherzentrale oder Fachanwalt kann 20-50 Prozent Reduktion bringen.
Differenz zwischen vertraglichen Zinsen und aktuellem Marktzins, diskontiert auf den Zahlungszeitpunkt. Je hoeher der Vertragszins im Vergleich zum aktuellen, desto hoeher die VFE.

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Christian Karsunke
Christian Karsunke
Geschäftsführer · Panthera Immobilien
Berät seit über 150 erfolgreichen Vermittlungen Eigentümer und Käufer im Frankfurter Immobilienmarkt.